cikago bude archiv
gedoort

Zugegebenermaßen ein ganz schlimmer Anglizismus – „dooren“. Aber eine deutsche Benennung dieses Unfalltyps ist komplizierter und nicht so einfach mit einem Wort abgetan. Dieses Wort bezeichnet einen Unfall, bei dem der Autofahrer die (zumeist) Fahrertür aufstößt, ohne sich vorher zu vergewissern, ob sich von hinten ein Fahrradfahrer nähert und letzterer zu nah am Auto vorbeifährt.
Ich zitiere aus der Reihe „Fachwissen für den Fahrradalltag“ vom ADFC: „Nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) (Bericht V9 1994) machen Türkollisionen 46 % aller Unfälle auf der Fahrbahn aus. Diese Unfallart tritt aber auch auf Radwegen, Radfahrstreifen und Angebotsstreifen auf, die keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zu parkenden Autos erlauben.“ Das ist schon enorm, zumal der Radfahrer wegen fehlender Knautschzonen immer der Hauptleidtragende ist, aber trotzdem einer Teilschuld bemächtigt werden kann! Denn auch der Radfahrer hat Sicherheitsabstände einzuhalten:
Während Autofahrer beim Überholen von Radfahrern mindestens 1,5m einhalten müssen, ist der Radfahrer angehalten, beim Vorbeifahren an parkenden Fahrzeugen eine Türbreite Abstand einzuhalten. Diese Türbreite reicht von 80cm (Kleinwagen) bis hin zu anderthalb Metern (LKWs).

Also Leute: Haltet Abstand zu den parkenden Autos und fahrt nicht zu weit rechts! Zwar gilt das Rechtsfahrgebot, aber die Fahrbahn gehört Euch, zumal das Einhalten des Sicherheitsabstandes zwangsläufig dazu führt, dass man recht mittig auf seiner Fahrspur fahren muss. Lasst Euch nicht von Autos oder LKWs hinter Euch einschüchtern und animiert sie nicht noch, Euch allzu knapp zu überholen, indem Ihr zu weit rechts fahrt. Sonst ergeht es Euch wie dem Radfahrer der genau vor unserem Laden gedoort wurde und nurnoch im Krankenwagen weitergefahren ist. Das Bild unten zeigt den Unfallort wenn Opfer, Täter, Krankenwagen und Polizei abgerückt sind.


(Anmerkung: das am Unfall beteiligte Auto ist nicht der dort parkende Kia gewesen)