cikago bude archiv
Farblehre

Nach dem Durchdiskutieren von verschiedensten Entwürfen, dem Verhandeln mit einem deutschen Hersteller, Preiskalkulationen, dem Verstreichen von viel viel Zeit, endlosen Konsultationen mit unserem Designer christho und viel zu vielen Gedanken hatten wir uns dazu entschlossen, unsere Mützen in größerer Stückzahl in Italien fertigen zu lassen. Auch dieser Prozess zog sich längere Zeit hin, bedürfte vieler Emails. Dann hatten uns die Italiener sogar einen Farbfächer zugeschickt, auf dem wir alle Farben durchnummiert als Exempel fanden und so genau die drei richtigen Grause, Gelbse und Blause aussuchen konnten. Im Folgenden ging es ganz schnell. Wir bezahlten alles im Vorhinein und nur eine Woche später kam ein großes Paket aus Italien. Und alles hätte letztendlich so einfach sein können – hätte….

Vielleicht ist ja die Farbwahrnehmung in Italien aufgrund des monatelangen, gleißenden Sonnenlichtes beinträchtigt. Oder vielleicht ist für den gemeinen Italiener alles, was irgendwie mit gelb zu tun hat das selbe: irgendwie so terracotta? Vielleicht ist es dem Italiener auch latte, ob er jetzt Farbe #35 statt #30 nimmt. Oder vielleicht bin ich auch zu behässig und es ist einfach nur ein Fehler gewesen wie ihn jeder machen kann. Aber Neongelb ist nunmal nicht das selbe wie Sonnenblumengelb!

Und wir wollten Sonnenblumengelb und wollen weiterhin nur Sonnenblumengelb und nix anderes Gelbes oder Gelbliches. Nun sitzen wir auf einem großen Paket mit ganz ganz vielen Mützen und halten sie so lange unter Verschluss, bis bei den verehrten Italiener der Ferienurlaubsmonat August zu Ende ist und alle wieder arbeiten geben. Dann werden wir alle Mützen verbrennen und Ersatz fordern. Ja und dann, vielleicht dann irgendwann im Herbst bekommt ihr endlich unseren schönen Mützen so wie wir sie wollen. Vamos a ver (öh, das ist ja garnicht italienisch)…